In den USA überschlagen sich derzeit die Meldungen über die von Nielsen gemessenen TV-Quoten, die mittlerweile von DVR-Messungen (berücksichtigt werden die 7 Tage nach der Ausstrahlung) ergänzt werden und ein völlig neues Licht auf die Akzeptanz von TV-Serien werfen.
Noch relativ unspektakulär ist die Erkenntnis, dass Top-Serien wie "Grey's Anatomy" oder "The Mentalist" auch hohe DVR-Abrufzahlen aufweisen. Überraschend sind jedoch die Zahlen für Serien wie "Dollhouse", die neue Serie von Mastermind Joss Whedon ("Buffy", "Angel" und "Firefly/Serenity"), die im TV von nur 3,42 Millionen Zuschauern gesehen wurde, anschließend jedoch von zusätzlichen 2,5 Millionen DVR-Nutzern abgerufen wurde - ein erstaunlicher Nachwuchs um 36,5 Prozent. Ähnlich hohe Zuwachsraten gelten für "Melrose Place", "90210" oder "Smallville". Insgesamt wuchsen die Zuschauerzahlen bei dreizehn Serien durch die nachträgliche DVR-Nutzung um über 20 Prozent. Somit könnten die DVR-Messungen das Zünglein an der Waage werden, wenn es um die Entscheidung geht, ob eine Serie abgesetzt oder weiter ausgestrahlt wird. Erinnert sei hier nur an die kontroversen Diskussionen nach dem Aus für "Firefly" nach nur einer Staffel, was eine treue Fanbase in regen Aufruhr versetzte und hitzige Internet-Diskussionen verursachte. DVR-Nutzer sind oftmals die treuesten Fans einer Serie, diejenigen, die keine Folge verpassen wollen und diese oft auch mehrmals anschauen.
Seit dem Sommer wird die zeitversetzte TV-Nutzung auch in Deutschland erfasst. Erste Ergebnisse stehen noch aus, doch wir sind gespannt, welche Überraschungen hier zu erwarten sind.
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